Wer war Harry Hay?

Harry Hay

Harry Hay wurde 1912 in England geboren, zog jedoch ein paar Jahre darauf mit seiner Familie nach Los Angeles, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.

Für viele gilt er als Begründer der modernen amerikanischen Schwulenbewegung. Er kämpfte gegen die Behandlung und Intoleranz, der Schwule in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts seitens der Polizei und der Gesellschaft im Allgemeinen ausgesetzt waren. Er war politisch engagiert, sah sich als Kommunisten und setzte sich bis zu seinem Lebensende aktiv für unterschiedliche arbeits- und bürgerrechtliche Belange ein.

1950 gründete Harry Hay die Untergrundorganisation The Mattachine Society als erste Schwulenrechtsgruppe Amerikas. In den Siebzigern entschloss er sich, mit seinem Aktivismus für schwule Belange verstärkt an die Öffentlichkeit zu treten und gründete zusammen mit anderen die Radical Faeries, eine schwule Männerbewegung, die Schwulsein als eine Form von spiritueller Berufung proklamierte.

„Sein zentraler Gedanke, damals so revolutionär wie heute, ist, dass Schwule in der menschlichen Entwicklung eine besondere Rolle spielen. Er war der Erste, der betonte, dass wir eine unterschiedliche, andersartige Minderheit mit gewissen Wesenszügen und Begabungen sind, überwiegend in Bereichen wie Lehre, Heilung, Vermittlung bei Gegensätzlichkeiten und Kunst“.

Infolgedessen war er gegen die allmähliche Assimilierung schwuler Männer und schwuler Kultur in die Mainstream-Gesellschaft.

Bis zu seinem Tod 2002 in San Francisco im Alter von 90 Jahren lebte er 39 Jahre lang mit John Burnside zusammen, seinem Seelenverwandten und liebenden Gefährten.

Wer mehr über Harry Hay erfahren möchte, sollte die Biographie von Stuart Timmons The Trouble with Harry Hay: Founder of the Modern Gay Movement und Harrys gesammelte Schriften und Essays Radically Gay: Gay Liberation in the Words of its Founder lesen.

Sein Leben ist Gegenstand eines mit mehreren Filmpreisen ausgezeichneten Dokumentarfilms von Eric Slade mit dem Titel Hope along the wind. Mehr Informationen zum Film sowie Harrys Leben und Werk finden sich auf  www.harryhay.com