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Berge und Achtsamkeit

man meditating

Nach meiner Rückkehr vor ein paar Tagen aus „The Mountain“ in North Carolina, tief verborgen in den Appalachian Mountains, ist das Bild eines Bergs in meinen Gedanken sehr präsent. Ich musste daran denken, wie wichtig die Vorstellung davon in der Achtsamkeit und MBSR ist.

Bei der Sitzmeditation im Schneidersitz auf dem Boden oder auf einem Stuhl verwenden wir das Bild eines Bergs, der majestätisch und würdevoll emporragt, so wie wir aufrecht in einer würdevollen Haltung sitzen, und uns unserer Atmung bewusst sind, verankert, bewegungslos, das Geschehen um uns herum nicht wahrnehmend. So wie Jon Kabat-Zinn sagt: “Wenn wir bei unserer Meditation zum Berg werden, können wir seine Stärke und Stabilität übernehmen und uns zu eigen machen.” (Wherever you go, there you are: Mindfulness meditation in everyday life. New York: Hyperion, 199).

Ebenso verwenden wir den Vergleich mit einem Berg, wenn wir Achtsames Yoga praktizieren. Wenn wir mit unseren Füßen schulterbreit auseinander dastehen, mit unseren Armen parallel zum Körper. Mit aufrechter Wirbelsäule, in würdevoller Haltung, lenken wir unser Bewusstsein auf die Verbindung mit dem Boden. Mit den Füßen fest auf dem Boden, verbunden, stabil und voller Kraft, wie ein Berg, der aus der Erde in die Höhe ragt. Immer wieder kommen wir beim Achtsamen Yoga darauf zurück. Wir wissen, dass wir diese Haltung jederzeit immer wieder einnehmen können, was immer wir gerade tun, wo immer wir gerade sind. Wir fühlen uns sicher, verbunden, verwurzelt, im Hier und Jetzt.

Wir männerliebenden Männer sollten uns von Bergen inspirieren lassen, wenn wir Achtsamkeit praktizieren. Sie sollten in unserer Vorstellungskraft, in unserem Geist und in unserem Körper sein.

Eine Annäherung an James Broughton

James Broughton

James Broughton ist der Inbegriff eines Schriftstellers, dessen Leben und Werk durchgehend von Achtsamkeit geprägt war.

Er wurde 1913 in Modesto (Kalifornien) geboren. Er war Dichter, experimenteller Filmemacher und Anhänger der San Francisco Renaissance, einer literarischen Bewegung, die der Beat Generation vorausging. Er wirkte an der kulturellen Gegenbewegung Radical Faeries mit und war Mitglied der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz.

Sein Werk spiegelte sich in seinem Leben wider. Er war ein Freigeist und erforschte und überschritt die Grenzen zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit, Heterosexualität und Homosexualität, Jugend und Alter, Ausstieg und Sozialisierung, Körper und Geist. Dem anhaltenden Druck seitens seiner Familie und der Gesellschaft zum Trotz hatte er nie Angst davor, seinen Instinkten und Überzeugungen zu folgen.

Der Dichter und Verleger Jonathan Williams gab ihm den Beinamen ´Big Joy`, den sich James in der Tat sein ganzes Leben hindurch verdient hatte.

In den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann er mit dem Film zu experimentieren. Er machte Avantgarde-Filme, in denen er Themen wie Sex, Tod und den Sinn des Lebens hinterfragte. Dafür gewann er mehrere Preise, darunter eine Auszeichnung für sein Lebenswerk durch das American Film Institute sowie einen, von Jean Cocteau auf dem Filmfestival in Cannes für seinen Film überreichten Preis The Pleasure Garden.

Er schrieb über 20 Bücher. Poesie war eine seiner größten Leidenschaften. Ein Beispiel für die Bedeutung des Hier und Jetzt in seinem Werk sind die Gedichte ¨Closure` und ´This is it`, die in anderen Posts in diesem Blog zu finden sind.

James Broughton hatte in seinem Leben Beziehungen sowohl mit Männern als auch mit Frauen. Mit seiner Frau, der Künstlerin Suzanna Hart, hatte er zwei Kinder, sowie darüber hinaus eine Tochter mit der Filmkritikerin Pauline Kael. Mit über 60 begann James Broughton eine Beziehung mit dem kanadischen Studenten Joel Singer, die bis zu Broughtons Tod im Jahre 1999 fast 25 Jahre anhielt.

Ausführliche Informationen über Leben und Werk von James Broughton sowie den preisgekrönten Dokumentarfilm Big Joy: the adventures of James Broughton von Stephen Silha und anderen aus dem Jahr 2012 finden sich auf http://bigjoy.org.