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Schokolade achtsam essen

chocolate mindulness

Allein mit einem Stück Schokolade.

Versuchen, sie so zu essen, wie wir es noch nie getan haben.

So, als ob wir nicht wüssten, was es ist, was wir gerade in der Hand halten.
Sie mit den Fingern berühren.

Sie neugierig und respektvoll berühren.

Ist sie weich? Ist sie hart? Welche Textur hat sie? Ist sie glatt, ist sie rau? Ist sie klebrig?
Wie sieht sie aus, welche Form hat sie, welche Farbe?

Riecht sie irgendwie besonders?

Was geschieht, wenn wir sie ans Ohr halten? Gibt sie irgendein Geräusch von sich? Wie klingt es, wenn wir sie am Ohr reiben?

Wir können sanft mit ihr über unsere Lippen streichen. Was empfinden wir dabei? Schmilzt sie schon?

Jetzt stecken wir sie in den Mund und fangen an, mit der Zunge damit zu spielen.

Wie schmeckt sie? Süß, bitter, salzig? Nach einer Mischung?

Ist sie kalt? Ist sie warm?

Lassen wir sie im Mund schmelzen oder knabbern wir mit den Zähnen daran?

Sind wir uns bewusst, was passiert, wenn wir sie schlucken?

Die Schokolade ist nicht mehr in unserem Mund. Ist noch etwas davon da? Ein Geschmack; ein besonderes Gefühl; etwas, das wir nicht beschreiben können, oder eben einfach gar nichts?

Was war das für eine Erfahrung?

War es anders als bei anderen Gelegenheiten, wenn wir Schokolade gegessen haben, allein, mit unserer Familie, mit Freunden, mit einem Liebhaber, mit unserem Partner?

So wie bei der Übung mit der Rosine ist dies ein Beispiel für das, was geschieht, wenn wir den Autopilot-Modus verlassen, in dem wir uns so oft im Leben befinden.

Wenn wir das, was wir im gegenwärtigen Augenblick tun, mit Achtsamkeit und voller Aufmerksamkeit tun, eröffnet sich uns eine ganze neue Welt voller Empfindungen Willkommen bei der Herausforderung!

Sitting Meditation oder Sitzmeditation

 

Sitting meditation mindfulness

Zeit für sich selbst zu finden…

Was für eine schwierige Angelegenheit in dieser hektischen Welt, in der wir leben…

Wir alle haben ein wenig Zeit für uns verdient. Eine Zeit, in der uns nichts stören kann. Ohne Telefon, ohne Unterbrechungen, einfach nur wir…

Doch das ist nicht einfach. Es gibt immer etwas zu tun. Die Strömung, in der wir schwimmen, reißt uns mit…

Um regelmäßig zu meditieren, sind Verpflichtung, Anstrengung und Disziplin erforderlich.

Zu Beginn können fünf Minuten genug sein. Fünf Minuten für den Anfang.

Wir können uns drinnen oder draußen hinsetzen, auf den Boden, auf ein Kissen oder einen Stuhl.

Aufrecht sitzen. In einer würdigen Haltung.

Die Hände können wir in den Schoß, auf die Oberschenkel oder dorthin legen, wo es sich für uns am Besten anfühlt.

Wir beginnen damit, unsere Aufmerksamkeit auf unsere Atmung zu lenken. Wir atmen ein und wir atmen aus. Wir fühlen, wie sich unser Bauch beim Einatmen ausdehnt und beim Ausatmen zusammenzieht.

Sonst gibt es nichts, nur die Atmung. Die Luft, die ein- und austritt.

Währenddessen versuchen alle möglichen Gedanken unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Gedanken, Gefühle, Empfindungen… Das ist alles in Ordnung… Keine Schuldgefühle, keine Urteile. Wir bemerken einfach, was geschieht und wenden uns wieder der Atmung zu.

Und wieder beginnt unser Geist abzudriften… Wir registrieren dies einfach und lenken unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Atmung.

Es ist kein Kampf, kein Wettbewerb mit uns selbst oder mit den anderen.

Es ist ein Zusammentreffen mit dem Hier und Jetzt, mit dem gegenwärtigen Augenblick, mit jedem von uns.

Plötzlich merken wir, dass die Zeit abgelaufen ist. Wir können das Gefühl haben, dass die Gedanken die ganze Weile über abgedriftet sind, dass wir es nicht richtig gemacht haben, dass etwas schief gegangen ist, das wir dafür nicht taugen.

Wir können uns entmutigt, ernüchtert oder enttäuscht fühlen.

Keine Erwartungen hegen, einfach fließen lassen, vertrauen, die Erfahrung erleben… Was immer es ist, wo auch immer es uns hinführt…

So wie Jon Kabat-Zinn sagt: “Probiere es ein paar Jahre aus und schau, was passiert.“