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Anker

Anchor Anclaje

Anker oder Ankerpunkte sind Orte, an die wir immer wieder zurückkehren können, wenn unsere Gedanken beim Meditieren abschweifen, insbesondere bei der Sitzmeditation.

Es gibt Orte, denen wir uns zuwenden können, wenn wir uns in Gedanken verlieren. Sie sind wie eine Hütte in den Bergen, in der man sich ausruhen oder die Nacht verbringen kann. Sie sind wie ein sicherer Hafen, Orte, an die wir immer wieder zurückkommen können und uns immer willkommen fühlen. Es ist wie nach Hause zu kommen oder einen guten Freund zu besuchen oder jemanden, bei dem wir uns sicher fühlen.

Wenn wir meditieren, wird unser Verstand oft plötzlich aktiv und beginnt abzuschweifen, zu denken…. verschiedene Arten von Gedanken….. Sorgen, Zweifel, Ängste, Zukunftspläne…

Wenn wir mit dem Meditieren beginnen, ist unser erster Anker die Atmung. Einatmen und Ausatmen. Immer wieder zur Atmung zurückkommen. Es spielt keine Rolle, wie oft. Wir tun es einfach.

Es kann sein, dass wir über Jahre hinweg meditieren und dabei unsere Atmung als einzigen Anker verwenden. Doch wenn wir für sie für einige Zeit verwendet haben, können wir andere Ankerpunkte erforschen.

Der nächste Schritt ist der Kontakt, die Kontaktpunkte unseres Körpers mit dem Stuhl, mit dem Kissen, mit der Matte, mit dem Boden.

Wir können auch intensive körperliche Empfindungen wie Jucken, Kribbeln oder Schmerz verwenden.

Dann gibt es die Geräusche, alle möglichen Geräusche um uns herum, die uns ablenken und uns sogar auf die Nerven gehen können, wenn wir versuchen, uns zu konzentrieren, zu meditieren. Doch anstatt deshalb beunruhigt oder verärgert zu sein, können wir uns mit diesem Geräusch, das uns sozusagen überfällt, anfreunden und es als Anker verwenden, genauso wie wir dies mit intensiven Empfindungen tun.

Fehlt noch etwas? Natürlich, die Gedanken! Und wieder gilt: Genauso wie die anderen ungebetenen Gäste können wir sie als Ankerpunkt nutzen, in einer Art „Berühren und Loslassen“. Wir sind uns ihrer bewusst, wir berühren sie und wir lassen sie los.

Nach der Atmung können wir entweder die hier erwähnten unterschiedlichen Ankerpunkte systematisch durchgehen oder aber für alles, was sich ergibt, offen sein: Eine Berührung, ein Gedanke, ein Geräusch…

Alles ist willkommen, jeder ist willkommen. Was auch immer, wer auch immer.

Sitting Meditation oder Sitzmeditation

 

Sitting meditation mindfulness

Zeit für sich selbst zu finden…

Was für eine schwierige Angelegenheit in dieser hektischen Welt, in der wir leben…

Wir alle haben ein wenig Zeit für uns verdient. Eine Zeit, in der uns nichts stören kann. Ohne Telefon, ohne Unterbrechungen, einfach nur wir…

Doch das ist nicht einfach. Es gibt immer etwas zu tun. Die Strömung, in der wir schwimmen, reißt uns mit…

Um regelmäßig zu meditieren, sind Verpflichtung, Anstrengung und Disziplin erforderlich.

Zu Beginn können fünf Minuten genug sein. Fünf Minuten für den Anfang.

Wir können uns drinnen oder draußen hinsetzen, auf den Boden, auf ein Kissen oder einen Stuhl.

Aufrecht sitzen. In einer würdigen Haltung.

Die Hände können wir in den Schoß, auf die Oberschenkel oder dorthin legen, wo es sich für uns am Besten anfühlt.

Wir beginnen damit, unsere Aufmerksamkeit auf unsere Atmung zu lenken. Wir atmen ein und wir atmen aus. Wir fühlen, wie sich unser Bauch beim Einatmen ausdehnt und beim Ausatmen zusammenzieht.

Sonst gibt es nichts, nur die Atmung. Die Luft, die ein- und austritt.

Währenddessen versuchen alle möglichen Gedanken unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Gedanken, Gefühle, Empfindungen… Das ist alles in Ordnung… Keine Schuldgefühle, keine Urteile. Wir bemerken einfach, was geschieht und wenden uns wieder der Atmung zu.

Und wieder beginnt unser Geist abzudriften… Wir registrieren dies einfach und lenken unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Atmung.

Es ist kein Kampf, kein Wettbewerb mit uns selbst oder mit den anderen.

Es ist ein Zusammentreffen mit dem Hier und Jetzt, mit dem gegenwärtigen Augenblick, mit jedem von uns.

Plötzlich merken wir, dass die Zeit abgelaufen ist. Wir können das Gefühl haben, dass die Gedanken die ganze Weile über abgedriftet sind, dass wir es nicht richtig gemacht haben, dass etwas schief gegangen ist, das wir dafür nicht taugen.

Wir können uns entmutigt, ernüchtert oder enttäuscht fühlen.

Keine Erwartungen hegen, einfach fließen lassen, vertrauen, die Erfahrung erleben… Was immer es ist, wo auch immer es uns hinführt…

So wie Jon Kabat-Zinn sagt: “Probiere es ein paar Jahre aus und schau, was passiert.“