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Walking Meditation oder Gehmeditation

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Wir alle gehen jeden Tag. Doch meistens tun wir es automatisch, ohne auf den Mehrwert zu achten, den es uns geben kann.

Jon Kabat-Zinn wollte dem Gehen einen neuen Sinn verleihen. Deshalb nahm er die Walking Meditation oder Gehmeditation mit in die Reihe formeller Praktiken von MBSR (Mindfulness-based Stress Reduction), also Stressbewältigung durch Achtsamkeit, auf.

Meditieren im Gehen ist genauso einfach wie Gehen, aber während der Walking Meditation kannst du die Reize, die du siehst, die du empfindest, die Gerüche und das Gefühl beim Aufsetzen deiner Füße auf dem Boden in die Meditation einbinden. Was du vermeiden solltest, ist, dich von anderen Gedanken und damit von der inneren Beobachtung ablenken zu lassen.

Es kann sein, dass uns das Meditieren im Gehen am Anfang schwer fällt. Wir haben unsere Beine so viele Jahre lang auf mechanische Weise benutzt, dass wir uns bei der Durchführung dieser Aktivität womöglich sogar schwerfällig und ungelenk vorkommen. Du kannst deinen Blick nach vorne richten oder aber auf den Boden blicken und zusehen, wie dein Fuß vom Boden abhebt und wieder aufsetzt, und den Rhythmus deiner Schritte fühlen.

Jeder Moment kann für die Gehmeditation genutzt werden: Kleine Strecken zu Fuß, zu Hause, in einem Park, auf dem Weg zur Arbeit oder dem Nachhauseweg… Es bietet sich immer eine Gelegenheit, um aus diesem Weg eine Gelegenheit zum Meditieren zu machen. Gehen als Praxis an sich, ohne es als ein Mittel von vielen zu betrachten, wie wir das in unserem hektischen Alltag tun.

Nimm dir Zeit. Keine Hast. Geh einfach mit Muße ohne Ziel, ohne die Absicht, einen bestimmten Ort zu erreichen. Möchtest du zum Beispiel auf einer Strecke meditieren, für die du 5 Minuten brauchst, nimm dir doppelt so viel Zeit und praktiziere 10 Minuten lang die Gehmeditation.

Vor Beginn der Meditation solltest du daran denken, während der ersten zwei oder drei Schritte langsam zu atmen, um deinen Körper an diese neue Gehweise zu gewöhnen. Deine Aufmerksamkeit sollte sich auf die Fußsohlen richten: Sei Dir des Kontakts zwischen den Sohlen und dem Boden, über den du gehst, bewusst.

Du musst die Atmung kontrollieren. Sie soll leicht und gemächlich sein. Sie hilft dir, die Auswirkungen von Stress abzubauen und erleichtert die Meditation. Atme langsam, aber tief, indem du durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmest.

Und das Allerwichtigste: Erlebe die Erfahrung. Setze dir keine Mindest- oder Höchstzeit, um im Gehen zu meditieren. Und wenn du mit der Meditation fertig bist, denke ein paar Minuten darüber nach, was sie für dich bedeutet hat, wie du durch sie Gelassenheit, inneren Frieden und Freude gefunden hast.