Tag Archives: mindful yoga

Mindful Yoga oder Achtsames Yoga

mindful movement

Mindful Yoga oder Achtsames Yoga, auch Mindful Movements genannt, ist eine der formellen Meditationspraktiken, die im Rahmen von MBSR (Stressbewältigung durch Achtsamkeit) verwendet wird.

Häufig wird die Frage gestellt, was Yoga oder Bewegung im allgemeinen mit Meditation zu tun hat.

Der Zweck von Mindful Yoga oder Achtsamem Yoga ist, den Aufmerksamkeitsfokus auf die Bewegung zu richten, sich bewusst zu sein, was mit unserem Körper und in uns geschieht, wenn wir uns bewegen.

Obwohl der Begriff Achtsames Yoga lautet, handelt es sich dabei nicht um Yoga im Reinzustand. Es übernimmt Bewegungen und Stellungen aus dem Yoga, aber ebenso aus dem Qigong, dem Tai Chi, dem Tanz oder sogar aus alltäglichen Bewegungen. Hinzu kommt ein Element der Aufmerksamkeit und Konzentration in Bezug auf das, was wir in jenem Augenblick tun, also uns bewegen.

Es kann im Stehen oder im Liegen praktiziert werden. Meistens wird es mit offenen Augen durchgeführt. Die Augen können dabei aber auch geschlossen werden, was der Bewegung eine andere Dimension verleihen kann.

Müssen wir in Form sein, um die verschiedenen Bewegungsabläufe des achtsamen Yoga ausführen zu können? Überhaupt nicht! Das ist das Schöne daran: Es gibt immer eine Art von Bewegung, die wir machen können, selbst wenn wir sie nur andeuten. Es spielt keine Rolle, ob wir regelmäßig Sport treiben oder nicht, ob wir alle vier Gliedmaßen haben oder nicht oder ob unsere Mobilität eingeschränkt ist. Es geht lediglich darum, sich der jeweiligen Bewegung bewusst zu sein, selbst wenn sie kaum wahrnehmbar ist.

Es geht weder um einen Wettbewerb mit anderen noch mit uns selbst. Es geht einfach darum, den Augenblick zu erleben, unsere eigene Erfahrung zu erleben, so wie wir das bei der Sitzmeditation oder dem Body Scan tun.

In sich Hineinhorchen und Selbstachtung sind hier von wesentlicher Bedeutung.

In sich hineinhorchen, auf das achten, was unser Körper uns in diesem Augenblick sagt… Wie weit können wir gehen? Wann müssen wir aufhören? Wann müssen wir in die Ausgangsposition zurückkehren?

Selbstachtung: Wir müssen lernen, unseren Körper zu respektieren und uns unserer Grenzen bewusst werden. Grenzen, die von Mensch zu Mensch variieren. Grenzen, die sogar bei uns selbst von Tag zu Tag oder von Moment zu Moment variieren können.

Solange wir Achtsames Yoga praktizieren, gibt es nichts anderes. Nur wir, unser Körper, die jeweilige Bewegung: erfahren, hineinhorchen, integrieren.

Höchstwahrscheinlich haben wir unsere Hände und Arme tausend Mal im Laufe unseres Lebens gehoben, doch wenn wir es achtsam tun, erreichen wir eine ganz andere Dimension, von deren Existenz wir vielleicht gar nichts ahnten.

Stressbewältigung durch Achtsamkeit: MBSR (Mindfulness-based Stress Reduction)

MSBR Mindfulness

Möglicherweise ist dir der Begriff MBSR inzwischen bereits vertraut. Er ist die Abkürzung für Mindfulness-based Stress Reduction, zu Deutsch Stressbewältigung durch Achtsamkeit.

Wie du sicher auch schon weißt, wurde MBSR von Jon Kabat-Zinn in den siebziger Jahren entwickelt. Auf der Grundlage buddhistischer Meditationsprinzipien gestaltet, ist die wesentliche Zielsetzung des 8-wöchigen Kurses, Stress abzubauen und dir zu zeigen, wie du in deinem Leben jederzeit achtsam sein kannst.

Die wichtigsten der im Kurs verwendeten Meditationspraktiken sind die Sitzmeditation (Sitting Meditation), der Body Scan, die Gehmeditation (Walking Meditation) und Achtsames Yoga (Mindful Yoga), auch als Achtsamkeit in Bewegung (Mindful Movements) bekannt.

Dies sind die einzelnen Varianten dessen, was als formelle Meditationspraxis bezeichnet wird. Bei allen von ihnen ist zumindest am Anfang der wichtigste Anker bzw. das wesentliche Aufmerksamkeitsobjekt die Atmung. Jon Kabat-Zinn sagt: „Probiere es ein paar Jahre lang aus und schau, was passiert.“

MBSR umfasst auch informelle Praktiken. Das bedeutet die Anwendung von Achtsamkeit auf unterschiedliche alltägliche Aktivitäten wie zum Beispiel Essen, Zähneputzen oder Abwaschen.

Die einzelnen Sitzungen werden zu Hause durch das Anhören von Meditations-CDs und das Lesen von Textmaterial die Woche über ergänzt.

Darüber hinaus wird bei der Bildung einer Gruppe zu Kursbeginn eine Verpflichtung und Verbindung unter allen Teilnehmern geschaffen.

Diese Verbindung zwischen Kursleiter und Teilnehmern sowie der Teilnehmer untereinander entwickelt sich und wächst im Laufe des Kurses, vergleichbar mit einer Patchwork-Decke, an der alle Kursteilnehmer einschließlich des Kursleiters gemeinsam arbeiten.

Die Verpflichtung, an allen Stunden teilzunehmen, wirkt sich sowohl zugunsten des Teilnehmers selbst als auch zugunsten der anderen Teilnehmer aus. Die gleiche Verpflichtung geht über jede Sitzung hinaus, wenn die restliche Woche über zu Hause die praktischen Übungen gemacht werden.

Dass uns vor der Teilnahme an einem MBSR-Kurs Zweifel durch den Kopf gehen, ist ganz normal.

Wir könnten uns zum Beispiel fragen: Muss ich Erfahrung in Meditation haben? Nein, überhaupt nicht. Es geht weder darum, perfekt zu sein, noch darum, gegen sich selbst oder andere in Wettstreit zu treten. Das ist so einfach wie sich auf die Atmung zu konzentrieren und bei jeder Ablenkung zu ihr zurückzufinden. Es geht darum, so etwas Vertrautes wie die Atmung wieder zu entdecken, etwas, das uns seit unserer Geburt begleitet und bei uns sein wird, bis wir diese Welt verlassen, dessen Existenz uns jedoch oftmals nicht bewusst ist.

Eine andere Frage könnte sein: Muss ich Yoga-Erfahrung haben, um Achtsames Yoga oder Mindful Movements machen zu können? Nein, das ist nicht notwendig. Beim Achtsamen Yoga geht es darum, uns unseres Körpers bewusst zu sein, wenn er sich bewegt, was so einfach sein kann wie die Brauen hoch zu ziehen oder die Füße zu bewegen.

Weitere Fragen: Welchen Nutzen kann ich aus dem Kurs ziehen? Du wirst Stress besser begreifen und ihn besser bewältigen können. Und darüber hinaus lernen, dich mit Gedanken, Gefühlen und Empfindungen gewandter auseinander zu setzen.